Wo Licht und Landschaft die Seele nähren


Grüne Olivenhaine, sanfte Hügel und der Duft von Rosmarin – die toskanische Landschaft lädt zum Abschalten, Durchatmen und Innehalten ein. Je höher man in die Berge steigt, desto stiller wird es. Nur das Rascheln der Blätter, das Summen der Insekten und das ferne Läuten einer Kirchenglocke begleiten den Weg.
Im Hinterland von Lucca, fernab vom Trubel der Städte Pisa und Livorno, liegt Batticapo di Ilaria, ein liebevoll restauriertes Steinrustico in Familienbesitz. Das letzte bewohnte Haus auf einem Hügel, den eine schmale, kurvige Serpentine hinaufführt. Ein altes Holzschild weist den Weg. Vor den Häusern blühen Oleander und Geranien, Katzen dösen in der Sonne, und ältere Dorfbewohner gehen ihrer Arbeit nach – ruhig, gelassen, als wären volle Terminkalender hier unbekannt.

Ein Ort, der entschleunigt
Das Steinhaus, umgeben von Olivenbäumen und Wildkräutern, scheint aus der Zeit gefallen. Von der Terrasse blickt man über terrassenartige Haine und sieht in der Ferne weitere Rusticos zwischen den Hügeln aufblitzen. Gastgeberin Ilaria empfängt ihre Gäste herzlich und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Am Morgen wärmt die Sonne bereits den ersten Tee, und bis in die Abendstunden taucht das Licht die Landschaft in ein goldenes Leuchten. Selten verirrt sich ein Auto den Berg hinauf – nur ein Olivenbauer im alten Fiat Panda, der nach seinen Bäumen sieht. Ansonsten herrschen Stille und Natur.
Kräuter, die heilen
Im Garten wachsen Minze, Rosmarin und Salbei – Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten für ihre wohltuende Wirkung bekannt sind. Minze lindert Verdauungsbeschwerden, Rosmarin entspannt die Muskulatur, Salbei wirkt entzündungshemmend. Zwischen den Reben rankt Portulak, reich an Vitamin A, C und B sowie an Kalium, Magnesium und Omega-Fettsäuren.
Bild: Eva Ackermann Bild: Eva Ackermann Bild: Eva Ackermann
Hinter dem Haus führt ein schmaler Pfad in den Wald. Wer ihm folgt, kann Maroni sammeln oder die Früchte des Erdbeerbaumes entdecken – aromatisch und reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Nach rund zweieinhalb Kilometern erreicht man ein kleines Restaurant, das nur an Wochenenden öffnet. Dort schmecken einfache Gerichte wie frisch gegrilltes Gemüse und Kräuterpasta besonders gut – vielleicht, weil man sich den Appetit erwandert hat.
Zwischen Olivenhain und Meer
An heißen Tagen bietet der türkisfarbene Pool vor dem Haus Erfrischung. Wer das Meer sucht, fährt rund dreißig Minuten bis nach Viareggio an die ligurische Küste. Südlich der Stadt, bei der historischen Villa Borbone, führt ein Holzsteg durch einen Pinienwald zu einem naturbelassenen Strand. Dort lässt sich in der Stille schwimmen, meditieren oder einfach den Wellen lauschen.
Auf dem Rückweg lohnt ein Halt in Lucca. Beim Spaziergang auf der alten Stadtmauer, beim Blick auf den Palazzo Pfanner oder einem Teller hausgemachter Pasta auf der Piazza dell’Anfiteatro zeigt sich die toskanische Lebenskunst in ihrer schönsten Form – genussvoll, ruhig und echt.
Ein Ort der Einkehr
Zurück in Batticapo, zwischen Olivenhainen und Wildkräutern, ist die Hektik des Alltags weit entfernt. Der Duft von Erde und Holz liegt in der Luft, ein Käuzchen ruft in der Nacht. Hier kann man loslassen, Kraft schöpfen und einfach sein.

Die Toskana ist reich an heilsamen Orten – stille Rückzugsorte, die uns lehren, wie wenig es braucht, um die eigene Balance wiederzufinden.




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