Slow Gardening: Entspannt gärtnern im eigenen Tempo
- Michaela Hocek

- 16. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Gärtnern entspannt – sofern wir Entspannung, Genuss und Ökologie über Perfektion stellen. Das Wissen um den richtigen Zeitpunkt, Zeigerpflanzen, Nützlinge und nicht allzu anspruchsvolle Pflanzen hilft dabei.

Wer die Natur zum Gartenhelfer macht, verschafft sich Freiraum, der nachhaltig Ruhe in den Geist bringt, das Auge erfreut und Müßiggang der Muskelkraft vorzieht. Beim Slow Gardening wird natürlich auch gearbeitet, aber im Gegensatz zur akkuraten Gartengestaltung dürfen Zweige auch mal liegen bleiben, um Insekten ein natürliches Habitat zu bieten. Wildpflanzen dürfen aufblühen statt als Unkraut vernichtet zu werden. Verbleibendes Laub und Laubhaufen werden zu wertvollem Humus oder zum gemütlichen Unterschlupf für Nützlinge wie Igel, Marienkäfer und Amphibien. Abgeblühte Stauden dürfen stehen bleiben, um den Boden zu schützen oder Insekten zu versorgen.
Gärtnern tut der Seele gut
Sofern die Gartenarbeit nicht stresst, wirkt sie wohltuend auf unsere Psyche – nicht umsonst wird sie sogar therapeutisch bei Ängsten, Belastungsstörungen, Burnout oder Depression eingesetzt. Unser Gehirn mag es, wenn Effekte unmittelbar sichtbar werden – und das passiert beim Pflanzen eines Baumes, Schneiden einer Hecke oder Aufbau eines Komposthaufens definitiv. Als bewegender und viele Muskelgruppen beanspruchender Ausgleich ist das Garteln als Körpertraining beim Pflanzen und Hacken an der frischen Luft ein belebendes Pendant zur Bildschirmarbeit. Gartenarbeit erdet im wahrsten Sinne des Wortes. Zudem gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass Blutdruck und Herzfrequenz im Grünen sinken. Das Schöne und Befreiende am Slow Gardening ist, dass wir uns mit minimalem Aufwand ausleben können. Im eigenen Tempo, mit besonderer Aufmerksamkeit auf natürliche Abläufe, Wetter und Jahreszeit und gänzlich ohne Chemie sprießt, kreucht und fleucht es.
Phänologischer Kalender
Verabschieden Sie sich gedanklich von den vier Jahreszeiten, denken Sie in den zehn Saisons des phänologischen Kalenders: Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst, Winter und Vorfrühling. Doch keine Angst: Statt fixer Termine führen Zeigerpflanzen durch das Jahr und das Beobachten von Flora und Fauna entschleunigt. Einige Beispiele: Der Zeitpunkt zum Zurückschneiden der Rosen und zur Vorbereitung der Beete für die Aussaat ist gekommen, wenn die Forsythie blüht. Wenn der Flieder blüht, kann das Mulchen der Erdbeeren beginnen. Zur Apfelblüte keimen Gräsersamen gut, weil der Boden warm genug ist. Der Frühsommer geht mit dem Sichten der Maikäfer und der Hauptschwarmzeit der Honigbienen einher. Unser Tipp: Gehen Sie mit offenen Augen und Ohren in Ihre nächste Gartensaison und genießen Sie den nahenden Sommer.

Slow Gardening kurz gefasst
Entschleunigung statt starrer Pläne
Garten als Ort der
Symbiose statt Unterwerfung
Werken nach dem phänologischen Kalender
Steigerung der Biodiversität
Wertvoller Lebensraum verträgt „Unordnung“
Gärtnern im eigenen Tempo entspannt




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