Natürliche Schönheit: DIY-Pflege aus der eigenen Küche
- Lisa Gutzelnig

- 22. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Wie selbstgemachte Hautpflege ohne unnötige Zusatzstoffe auskommt – und warum unsere Haut von einfachen, pflanzlichen Zutaten profitiert.

Mit rund zwei Quadratmetern Fläche ist die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen, reagiert sensibel auf Umweltfaktoren und nimmt Stoffe auf, die wir täglich auftragen. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen, womit wir sie pflegen.
Viele konventionelle Kosmetikprodukte enthalten eine Vielzahl von Zusatzstoffen – etwa Duftstoffe, Konservierungsmittel oder synthetische Stabilisierungskomponenten. Für viele Menschen gehören sie längst selbstverständlich zur täglichen Pflegeroutine. Doch nur selten wird hinterfragt, welche Funktion diese Stoffe eigentlich erfüllen und ob sie wirklich notwendig sind. Wer seine Hautpflege selbst herstellt, hat hier einen entscheidenden Vorteil: Man kennt jede einzelne Zutat und kann gezielt auswählen, was man seiner Haut zumuten möchte – und was lieber nicht.
Ein Blick ins Badezimmer
Studien zeigen, dass Menschen im Laufe eines Tages über Kosmetikprodukte mit einer erstaunlich großen Zahl chemischer Substanzen in Kontakt kommen können. Schon ein kurzer Blick ins Badezimmer zeigt, wie schnell sich diese Menge summiert: Duschgel, Shampoo, Zahnpasta, Lippenstift, Make-up, Nagellack oder Parfum – jedes dieser Produkte enthält eine eigene Liste an Inhaltsstoffen.
Wer die Rückseite seiner Pflegeprodukte genauer betrachtet, stößt häufig auf lange chemische Bezeichnungen, die kaum aussprechbar sind. Viele davon haben wenig mit natürlichen Rohstoffen zu tun. Einige Substanzen stehen sogar im Verdacht, hormonähnliche Wirkungen zu besitzen und damit das empfindliche hormonelle Gleichgewicht des Körpers zu beeinflussen. Dieses System steuert zahlreiche wichtige Funktionen im Organismus – von Stoffwechselprozessen bis hin zur Regulation von Wachstum und Fortpflanzung.
Wie sicher sind unsere Kosmetikprodukte?
Doch warum dürfen solche Stoffe überhaupt in Kosmetik verwendet werden? Die Antwort ist komplexer, als man zunächst vermuten würde. Innerhalb der Europäischen Union sind Hersteller grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Behörden überprüfen diese Angaben lediglich stichprobenartig.
Zwar existieren gesetzliche Grenzwerte für bestimmte problematische Inhaltsstoffe, doch diese beziehen sich jeweils auf einzelne Substanzen innerhalb eines Produkts. In der Praxis bedeutet das: Ein Produkt kann mehrere Stoffe enthalten, die jeweils unterhalb ihres Grenzwertes liegen – deren kombinierte Wirkung jedoch kaum untersucht wurde. Wie so oft gilt auch hier der alte Grundsatz der Toxikologie: Die Dosis macht das Gift.
Nahrung für die Haut
Ein einfacher Gedanke kann bei der Auswahl von Hautpflegeprodukten Orientierung geben: Alles, was wir ohne Bedenken essen würden, eignet sich meist auch für die Haut deutlich besser als komplexe chemische Mischungen.
Mit dem wachsenden Interesse an Gesundheit und Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren auch die Nachfrage nach möglichst natürlichen Pflegeprodukten stark zugenommen. Gleichzeitig sorgt ein Problem für Verunsicherung: Der Begriff „Naturkosmetik“ ist rechtlich nicht eindeutig geschützt. Viele Produkte werben mit Natürlichkeit, obwohl sie weiterhin synthetische Zusatzstoffe enthalten.
Wer wirklich sicher sein möchte, welche Inhaltsstoffe in seiner Pflege stecken, kann deshalb einen ganz einfachen Weg gehen: die Kosmetik selbst herstellen. Dafür braucht es weder ein Labor noch besondere Fachkenntnisse. Mit wenigen hochwertigen Grundzutaten lassen sich erstaunlich wirksame Pflegeprodukte herstellen.
Die Haut reagiert darauf oft mit einem natürlichen Strahlen – ähnlich wie nach einem langen Spaziergang an der frischen Winterluft, nach einem Saunabesuch oder nach einer intensiven Yogastunde. Dieses gesunde Hautbild ist keineswegs nur jungen Menschen vorbehalten. Auch reifere Haut kann ihre natürliche Leuchtkraft bewahren, wenn sie mit hochwertigen und passenden Inhaltsstoffen versorgt wird.
The Rich Moisturizer

Diese nährende Creme eignet sich besonders für trockene, empfindliche und reifere Haut. Die Kombination aus pflanzlichen Buttern und hochwertigen Ölen versorgt die Haut intensiv mit Lipiden und unterstützt ihre natürliche Schutzbarriere. Da ausschließlich pflanzliche Zutaten verwendet werden, ist die Creme vollständig vegan. Gleichzeitig kommt sie ohne klassische Emulgatoren oder Konservierungsstoffe aus.
Rosen- und Lavendelöl verleihen der Pflege nicht nur einen angenehmen Duft, sondern wirken auch beruhigend und ausgleichend – sowohl auf die Haut als auch auf das allgemeine Wohlbefinden.
Zutaten für 4 Portionen
20 g unraffinierte Sheabutter
10 g Kakaobutter
10 g Mangobutter
35 ml Jojobaöl
5 ml Wildrosenöl
5 ml Nachtkerzenöl
5 ml Glyzerin
2,5 ml Vitamin E
Zubereitung:
Shea-, Kakao- und Mangobutter in einem Wasserbad bei niedriger Temperatur langsam schmelzen lassen. Die flüssige Mischung anschließend vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Jojobaöl, Wildrosenöl und Nachtkerzenöl unterrühren. Danach Glyzerin und Vitamin E hinzufügen. Die Mischung mit einem Milchaufschäumer oder einem kleinen Schneebesen aufschlagen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Die fertige Creme in einen sterilisierten Tiegel füllen und etwa eine Stunde im Kühlschrank fest werden lassen.
Tipp: Kühl und lichtgeschützt lagern. Die Creme ist ungefähr sechs Monate haltbar.
Clarifying Mask

Diese Maske eignet sich besonders gut für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut. Mineralische Tonerden wie Bentonit und grüne Tonerde wirken stark absorbierend und können überschüssigen Talg sowie Schmutzpartikel aus den Poren binden.
Frische pflanzliche Zutaten wie Petersilie, Rosmarin, Honig und Ingwer ergänzen die Wirkung mit ihren antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. So entsteht eine klärende Pflege, die die Haut zugleich reinigt und belebt.
Zutaten für 4 Portionen
30 g Petersilie, frisch oder tiefgekühlt
10 g Rosmarinnadeln, frisch oder getrocknet
2 EL Bentonit
1 EL grüne Tonerde
1 EL Traubenkernöl
1 TL Honig
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 TL Zitronensaft
Ätherisches Öl: Je nach Wunsch 2 Tropfen Zitronenöl
Zubereitung:
Rosmarin mit kochendem Wasser übergießen, sodass die Nadeln vollständig bedeckt sind. Zehn Minuten ziehen lassen, anschließend den Rosmarin entfernen und den Sud abkühlen lassen. Petersilie gründlich waschen, trocken tupfen und grob zerkleinern. Den Ingwer fein reiben. Bentonit und grüne Tonerde in einer Schüssel mit Honig vermengen. Petersilie, Zitronensaft und Ingwer unterrühren. Etwa 30 ml des Rosmarinsuds hinzufügen und alles mit einem Pürierstab zu einer glatten Paste verarbeiten. Falls die Konsistenz zu flüssig ist, etwas zusätzliche Tonerde hinzufügen. Zum Schluss die ätherischen Öle hinzufügen, gut vermischen und die Maske in einen sauberen Tiegel füllen.
Carotinoide – Helden der Anti-Aging-Forschung

Neue Studien der Charité – Universitätsmedizin Berlin belegen, dass wir mit unserer Ernährung die Bildung von Falten bremsen können. Ein Hautvergleich von 40- bis 60-Jährigen Menschen zeigte, dass Menschen, die deutlich mehr grünes und buntes Gemüse essen, weniger Falten haben.
Bezogen auf ihr Faltenvolumen wurden sie zehn bis 15 Jahre jünger eingestuft. Darauf aufbauend konnte Prof. Dr. Martina Meinke, Dermatologin an der Charité Berlin, zeigen, dass bestimmte fettlösliche natürliche Wirkstoffe in Gemüse in Gelb, Orange oder Rot, sogenannte Carotinoide, die Hautalterung um Jahre bremsen können.
Das Besondere an dem Projekt: Es wurde nicht wie üblich im Reagenzglas getestet. Denn die Forschenden der Charité Berlin sind derzeit weltweit die Einzigen, die freie Radikale sowie ihre Neutralisierung in der Haut am lebenden Menschen testen. Im zehnmonatigen Vergleich mit einer Placebogruppe zeigte sich, dass Carotinoide die freien Radikale im Untersuchungszeitraum halbierten.
Ein wichtiger Aspekt dabei: Die Grundlage der optimalen Bioverfügbarkeit ist die Lösung der Carotinoide in Pflanzenöl. So können die Carotinoide freie Radikale schrittweise neutralisieren, was essenziell ist. Weiters wurde in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt belegt, dass ein natürlicher Ölauszug aus Grünkohl und Sanddorn das Kollagen der Haut so effektiv schützt, dass die Radikalbelastung halbiert wurde.
Basierend auf den Anti-Aging-Erkenntnissen der Charité Berlin entwickeln Dr. Henning Vollert, Geschäftsführer des Start-ups BioActive Food aus Bad Segeberg, und sein Team wissenschaftlich fundierte Lebensmittelkonzentrate. „Unsere Gemüse-Extrakte werden bewusst in Kooperationen mit akademischen Arbeitsgruppen entwickelt und kommen ohne organische Lösungsmittel und Chemikalien aus.“




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